Hohe Attraktivität von Gewerbeausstellungen

Nicht nur die Murgenthaler freuen sich auf die Murgenthaler Gewerbeausstellung MUGA'11 vom 8. - 10. April 2011.
(Interview mit Bruno Imfeld, OK-Präsident)

„Die Attraktivität von Gewerbeausstellungen ist ungebrochen.“

Turnusgemäss alle drei Jahre findet die traditionelle Gewerbeausstellung des Handwerker- und Gewerbevereins Murgenthal und Umgebung (HGV) statt. Was Raritätscharakter hat, ist unter Sammlern beliebt und hat seinen Preis. Die Tage vom 8. bis 10. April 2011 gehören vollends den Ausstellern und Machern, die alles daran setzen werden, sich dem breiten Publikum im schönsten «Sonntagsgewand« zu präsentieren bzw. eine vorzügliche Visitenkarte abzugeben. Hört man sich etwas um, dann ist eine gewisse Vorfreude auf den Grossanlass bereits zu spüren. – Diese Zeitung unterhielt sich im Vorfeld mit dem neuen OK-Präsidenten Bruno Imfeld über das Ausstellungskonzept, die Beteiligung, die Zukunft der MUGA und über «Dies und Das».

Bruno Imfeld, dass Sie sich als OK-Präsident für das örtliche Gewerbe derart engagieren, das, so hört man, rechnen Ihnen viele Menschen hoch an. Was hat Sie zum Mitmachen im OK motiviert?
Es gibt mindestens drei Gründe. Erstens bin ich in einem Gewerbebetrieb aufgewachsen und kenne deshalb die Eigenheiten eines KMU. Zweitens waren während meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit in einem regionalen Unternehmen viele Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe meine Kunden. Oder noch besser gesagt, sie waren meine Arbeitgeber. Das werde ich nie vergessen. Und drittens setze ich mich für ein attraktives Murgenthal ein. Dazu gehört ein vielfältiges und leistungsfähiges Gewerbe.

Der Handwerker- und Gewerbeverein Murgenthal und Umgebung ist vor 113 Jahren gegründet worden. Haben Sie den Eindruck er habe in diese langen Zeit Patina angesetzt?
Wenn ich mir die aktuellen HGV-Aktivitäten vor Augen führe und das Engagement sehe, mit welchem der HGV seine Gewerbeausstellung anpackt, so präsentiert sich dieser Traditionsverein in sehr guter Verfassung.

Fühlen Sie sich wohl im Gremium? Nützen Ihnen die Erfahrungen aus Ihrer Zeit als leitender Mitarbeiter des Weltfussballverbandes FIFA?
Jede Führungstätigkeit schärft den Blick aufs Ganze. Und das Ganze für die MUGA bedeutet, am Ende des Tages zufriedene Besucher und zufriedene Aussteller zu haben. Dafür setze ich mich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des bestens funktionierenden Organisationskomitees ein.

Keine Gewerbeausstellung ohne die wichtigsten Protagonisten, die Aussteller. Sind Sie zufrieden mit der Zahl der Anmeldungen?
Mit 54 Ausstellern und 11 ausstellenden Dorfvereinen haben wir das gesteckte Ziel übertroffen. Gegenüber 2007 sind einzelne Stände der Aussteller zwar etwas kleiner geworden, dafür ist aber der Branchen-Mix grösser, was die Ausstellung noch lebendiger macht.

Wie sieht das Engagement der Dorfvereine aus?
Erstmals hat der HGV die Dorfvereine an die MUGA eingeladen. Sie können an gedeckten Marktständen ihre Vereinstätigkeit vorstellen und neue Mitglieder werben. Damit wird die MUGA auch für die Vereine zum Marktplatz. Wie man hört, werden die MUGA-Besucher attraktiv gestaltete Stände vorfinden.

Freiwilliges Engagement ist unbezahlbar und oft wird es auch zu wenig geschätzt. Haben Sie Ihr Personal problemlos rekrutieren können?
Der HGV-Vorstand konnte ohne grossen Aufwand ein kompetentes und motiviertes, ehrenamtlich tätiges Organisationskomitee rekrutieren. Ich spüre, dass die Kolleginnen und Kollegen gerne mitwirken und damit die Voraussetzung schaffen, dass wir gute Arbeit abliefern können.

Sind Gewerbeausstellungen nicht ein Relikt von gestern. Es gibt in der Region Kräfte, die stossen vehement in Richtung Regio-Messe. Was ist Ihre Meinung dazu?
Die Attraktivität von Gewerbeausstellungen ist ungebrochen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dafür ist die ungebremste Nachfrage nach lokalen Produkten und Dienstleistungen. Kommt dazu, dass Gewerbeausstellungen eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung in den Dörfern haben. Betreffend Regio-Messe bin ich etwas skeptisch. Allseits bekannt ist die Tatsache, dass nicht die Menge der Besucher und die Anzahl der Aussteller für den Erfolg entscheidend sind, sondern die Qualität von Angebot und Nachfrage.

Sind gegenüber den letzten Ausstellungen Retuschen vorgenommen worden. Wenn ja, wie sehen diese aus?
Während vor drei Jahren die Stände auf fünf verschiedene Lokalitäten verteilt waren, so werden sie an der MUGA 2011 noch auf drei Standorte konzentriert. Es sind dies die Mehrzweckhalle, ein grosses Zelt auf dem ehemaligen Turnplatz und der gedeckte Parkplatz beim früheren „Birchmeier“-Areal.

Sie müssen den Frühling besonders lieben. Gewerbeausstellungen finden in der Regel im Herbst satt. Die Murgenthaler schwimmen gegen den Strom und haben sich für die prosperierende Jahreszeit entschieden. Was sind die Vorteile oder was war matchentscheidend für eine Frühlingsgewerbeausstellung?
Eigentlich hat man aus der Not eine Tugend gemacht. Geplant war die MUGA für den Herbst 2010. Aber da an den vorgesehenen Daten Oftringen eine Jubiläumsausstellung vorhatte, entschied sich man sich in Murgenthal für das Frühjahr 2011. Frühling symbolisiert auch Anfang und Aufbruch und gibt dadurch einer Gewerbeausstellung zusätzlichen Schwung.

Können Sie und noch etwas vom Rahmenprogramm, vom Gesellschaftlichen und vom zu erwartenden Drum und Dran verraten?
Als Besonderheit werden sich an der MUGA die Sicherheits- und Rettungsdienste der Region und der Gemeinde präsentieren. Es sind dies der Rettungsdienst des Spitals Zofingen, die Regionalpolizei, die Feuerwehr, der Samariterverein und der CEVI-Verkehrsdienst. Auf einem Parcours kann man Elektrovelos testen und damit niemand an Hunger und Durst leiden muss, gibt es drei Restaurants. Für musikalische Unterhaltung werden die Musikgesellschaften Murgenthal und Fulenbach und am Samstagabend ein Alleinunterhalter im Festzelt sorgen.

Es ist Mode, einer Gastregion eine Plattform zu geben. Wer präsentiert sich an der MUGA?
Es ist Tradition, dass sich an der Murgenthaler Gewerbeausstellung touristische Regionen zu Gast sind. Dieses Jahr ist es die UNESCO Biosphäre Entlebuch. Sie setzt sich dafür ein, dass ihr Natur-, Wirtschafts- und Lebensraum auch für künftige Generationen erhalten bleibt.

Wenn Sie in zwei, drei Sätzen noch einen MUGA-Werbespot machen dürften, wie würde dieser lauten?
Frei nach Wolfang von Goethe: „Weshalb denn in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“

Zum Schluss noch ein ganz andere Frage: Wird es 2014 eine weitere MUGA geben?
Hinter dieser Frage verbirgt ich eine weitere, politische; die Frage nämlich nach der Eigenständigkeit der Gemeinde Murgenthal. Bleibt alles beim Alten, so steht meiner Ansicht nach einer MUGA im Jahre 2014 nichts im Wege.

Bruno Imfeld, wir danken Ihnen ganz herzlich für das aufschlussreiche und spannende Interview.